Nussernte & Lagerung

Zederzapfen - Zedernussernte und Lagerung der Nuss bei der Firma Megre

Zedernzapfenernte in der Taiga – Feinheiten der Arbeit

Die Zapfenernte ist von Traditionen geprägt, die sich im Laufe von Jahrhunderten herausgebildet haben. Ende August, Anfang September ist in unseren Gegenden die Hauptsaison für die Zapfenernte. Dieser Arbeitsschritt ist sehr wichtig, denn er bildet den Grundstein für Geschmack und Qualität des zukünftigen Öls, ja und überhaupt für alle Zedernprodukte.

Ein Zapfen ist dann reif, wenn die Zeder selbst bereit ist ihn herzugeben, d.h. ihn auf die Erde wirft. Man darf die Zapfen nicht mit Holzstangen und Schlegeln herunterschlagen, so wie das industriemäßig gemacht wird, denn dies fügt den Zedern großen Schaden zu, vermindert erheblich die Heilkraft des Öls und man erhält auf diese Weise noch unfertige, nicht ausgereifte Zapfen. Ist der Zapfen ausgereift und gerade erst von der Zeder gefallen, weist seine Farbe taubengrau-violette Schattierungen auf. Es braucht etwa eine Woche, bis er die gewohnte braune Farbe annimmt. Während dieser Zeit trocknet er und die Zedernzapfenblätter lassen sich leichter lösen.  

Der Zapfen trocknet durch seine eigene Wärme. Diese Wärme kann man bei gerade erst abgefallenen Zapfen sogar spüren. Wenn man etwa fünfzehn Minuten auf einem mit solchen Zapfen gefüllten Sack sitzt, hat man das Gefühl, als ob man in einem türkischen Dampfbad wäre und sich die ersten Schweißtropfen bilden. Das ist auch der Grund, weshalb man sagt, dass ein Zapfen nicht sofort vor Ort ausgeschält werden soll, wie das industriemäßig gemacht wird. Der Zapfen muss noch liegen, der Reifungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. In dieser Zeit atmet der Zapfen aktiv und nimmt alles in sich auf, was in seiner Umgebung ist. Deshalb ist es auch nicht wünschenswert, ihn in die Stadt zu transportieren. Er muss hier in der Taiga gelagert bleiben, damit er nichts Überflüssiges aufnimmt.

Die Haupternte der Zapfen beginnt nach einem starken Windbruch, einem böigen Wind. Am Morgen danach kann man die Zapfen aufsammeln, was innerhalb eines Tages geschehen sollte, weil sonst die Tannenhäher oder andere Liebhaber von Nüssen sich genüsslich daran bedienen. Während der Erntesaison muss man sich je nach Reifegrad der Zapfen mehrmals in die Taiga begeben. Deshalb ist die Zapfenernte vor allem Sache der altansässigen Bewohner des nächstgelegenen Dorfes. Ganze Familien nehmen daran teil. In der Taiga gibt es sogar eine stille Übereinkunft darüber, welche Familien über Jahre hinweg auf welchen Waldstücken sammeln, und einige Zedern haben gar ihre eigenen Namen. Auf diese Weise entsteht zwischen den Zedern und der jeweiligen Familie eine besondere Beziehung. Den Zapfen darf man nicht sofort ausschälen, er braucht noch Zeit, und zudem erhalten sich die Nüsse besser in den ganzen Zapfen, weil sie so ihre Eigenschaften nicht einbüßen. Deshalb sollte man die Zapfen erst kurz vor der Pressung des Öls ausschälen.

Kenner und Genießer wissen natürlich um diese Feinheiten und sind bereit, für eine solche Nuss den drei- bis fünffachen Preis zu zahlen, denn es gibt nur wenige Hersteller, die noch dieses traditionelle Verfahren beachten. Heilkräftiges Öl lässt sich allerdings nur aus solchen Nüssen gewinnen.

 

Lagerung der Zedernzapfen und der Zedernuss

Uns war immer bewusst, dass es während unseres Fertigungsprozesses das Wichtigste ist, die heilende Energie der Zeder nicht zu verlieren. Eben deshalb wurde 2017 auf dem Gelände unserer Produktionsstätte Megre in der Taiga für die Lagerung der Zapfen/Zedernuss ein eigenes aus sibirischen Zedernholz gebautes Lager errichtet. In ihrem heimatlichen Umfeld kann die Nuss viel leichter all ihre Eigenschaften bewahren und atmen. Das Zedernlager ist zweistöckig mit natürlicher Belüftung, d.h. dass die frische Taigaluft frei einströmen kann. Für die Lagerung der Zapfen werden eigene Säcke aus natürlichem grobem Leinen verwendet. Die Zapfen lagern im ersten Stockwerk, d.h. über dem Erdboden, (früher lagerte man sie auf Speichern oder in auf Stelzen gestützten Scheunen), denn so werden sie besser durchlüftet.  

Hier werden die Zapfen bis zum Produktionsbeginn verwahrt. Unter den gegebenen Bedingungen können sie bis 11 Jahre hier liegen, ohne ihren Heil- und Nährwert zu verlieren. Bei uns wird allerdings der Lagervorrat innerhalb einer Saison aufgebraucht. 

Wir richten uns nach den Traditionen unserer Ahnen, von denen diese die wichtigsten sind:

  • Erstens sollen die Zapfen nie in städtisch geprägte Gegenden gebracht werden. Je weniger sie transportiert werden, umso besser ist es.
  • Zweitens sollen die Zapfen nie sofort nach dem Sammeln ausgeschält werden. Sie müssen etwa drei Monate Zeit haben um nachzureifen.
  • Und das Wichtigste ist, dass die Zapfen MIT NICHTS BEARBEITET WERDEN DÜRFEN! Es ist gut, wenn die Zapfen durch ihre eigene Wärme nach- und ausreifen.

Mit einem Wort: Wir haben uns einen weiteren Schritt den Traditionen angenähert, von denen Anastasia erzählt hat und die von unseren Ahnen in den sibirischen Taigadörfern so sorgsam gehütet wurden.